OptSK-Wissen

Offene Fragen

Zentral für eine offene Debatte und freie Willensbildung in Gruppen sind sogenannte offene W-Fragen verbunden mit einer freien/souveränen kollektiven Bottom-up Willensmessung (von unten), z.B.: Was wollen wir essen?, Was ist gesunde Ernährung?, Wie soll es schmecken?, Welche Zutaten/Ressourcen sind vorhanden?, Warum schmeckt das so komisch?, Was könnte man da konkret wie verbessern? etc.

Fragen, Optionen und Argumente werden beim OptSK offen gesammelt, sortiert, zielorientiert diskutiert sowie hinsichtlich ihrer vernunftsbezogenen Qualität (z.B. hinsichtlich ihrer Priorität und Passung) in Intensitäten statt nur als Kategorien/kategorisch bewertet, optimiert und selektiert.

Dabei entsteht in der Phase der freien Willensbildung (beim OptSK mit empirischer Qualitätssicherung) gleichzeitig intrinsisch motivierendes, kooperatives Problemlösen sowie ziel-, individual- und gemeinwohlbezogenes Selektieren und Planen der Lösungen und Lösungsschritte.

Geschlossene Fragen

Im Gegensatz dazu sind geschlossene Entweder-Oder und Ja-/Nein-Fragen nicht offen und eher das Gegenteil freier Willensbildung, da nur eine bis einige wenige Option/en meist von jemand anderem (top-down bzw. von oben) vorgegeben werden. Geschlossene Fragen werden basisdemokratisch v.a. in der Phase der Willensumsetzung gestellt. Wenn es darum geht, einen finalen (Teil-)Beschluss zu fassen, schnellzukonsensieren, ins Handeln zu kommen und wenn nicht mehr als 1-2 Optionen zur Auswahl stehen (u.a. durch vorauslaufende Bottom-up Selektion).

Zugleich werden in Entscheidungsprozessen mit geschlossenen Fragen STRUKTURELL bedingt alle Entscheidungsoptionen – auch Menschen! – zu gegeneinander konkurrierenden Objekten, Klassen und Kategorien gemacht (dadurch auch Klassenkampf, Kampf der Kulturen, Ideologien, Parteien, VerTreter sowie Tunnelblick etc., entspricht bei Verwendung im Übermaß Teile-und-Herrsche).

Ideologie statt Wissenschaft ist es auch, wenn in einer „Demokratie“ mit ausschließlich qualitätsunspezifischen Mehrheitsentscheiden trotz vorhandener wissenschaftlicher Methodik kaum Anstalten gemacht werden, Wählerwille und Gewissen qualitätsbezogen/valide zu messen oder wenn seitens der VerTretung bzgl. Repräsentativität, Verhältnismäßigkeit und FDGO-, GG-, UN-Charta, Gemeinwohlorientierung, wissenschaftlichen Standards etc. keine permanente und umfassende Rechenschaftspflicht besteht.

JB